Die Sache Christi

Die große Kluft

Die SACHE CHRISTI kennt eine große Kluft, welche eine soziale ist. Diese ist nicht im Jenseits, sondern im Hier und Jetzt und zwar zwischen reich und arm.

Das ist das tertium comparationis (der Vergleichungspunkt) in der Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus in Luk. 16, 19-31:

Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer namens Lazarus, der lag vor dessen Tür voller Geschwüre und begehrte, sich zu sättigen von den Brosamen, die vom Tisch des Reichen fielen; und es kamen sogar Hunde und leckten seine Geschwüre. Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. Und als er im Totenreich seine Augen erhob, da er Qualen litt, sieht er den Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich über mich und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme! Abraham aber sprach: Sohn, bedenke, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus gleichermaßen das Böse; nun wird er getröstet, du aber wirst gepeinigt. Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, sodass die, welche von hier zu euch hinübersteigen wollen, es nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest – denn ich habe fünf Brüder –, dass er sie warnt, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen! Abraham spricht zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten; auf diese sollen sie hören! Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun! Er aber sprach zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so würden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer aus den Toten auferstände!

Ähnliches beschreiben Marx und Engels im Anfang ihres kommuninistischen Manifestes:

"Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen. Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener, Zunftbürger und Gesell, kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander, führten einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedesmal mit einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit dem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen."

Von Mose über David bis Paulus gibt es eine einheitliche Auffassung der Besitzverhältnisse über die Erde:

Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was in ihr ist, gehört dem HERRN, deinem Gott. (5. Mo. 10, 14)

Dem HERRN gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. (Ps. 24, 1)

Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt. (1. Kor. 10 ,26)

Zusammengefasst:

  1. Die Erde gehört dem Herrn.
  2. Die Güter der Erde gehören auch dem Herrn.
  3. Darum gehören sie den Menschen gemeinsam und gleichmäßig.

Das Ziel ist:

Die Erde ist erfüllt von der Güte des HERRN.
Denn Er liebt Gerechtigkeit und Recht.
(Ps. 33, 5)

Davon ist das Christentum leider stark abgerückt.

Eine Warnung

Die SACHE CHRISTI ist eine Warnung an die herrschende Klasse vor dem Schicksal, das ihr bevorsteht.

Mose steht für das, was unter den Menschen noch an geltenden, sittlichen und religiösen Normen und Werten verblieben ist. Und er steht für noch eines: KEINE ENTSCHULDIGUNG!

Wenn die herrschende Gesellschaft nicht sieht, was sie später sehen MUSS – die große soziale Kluft –, dann hilft's nicht. Sie werden die Stimme der Wahrheit nicht hören oder verstehen wollen und "sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer aus den Toten auferstände!"

Die Moral von der Geschicht'

  1. Es gibt Arme, Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten, die in ihren schweren Nöten an den Schwellen der Reichen und reichen Länder liegen, um sich von nur einem winzigen Bruchteil dessen zu sättigen, was von den Tischen der Reichen fällt. Aber die Reichen und reichen Regierungen sprechen von 'Sozialbetrug', und sie würden am liebsten alle als 'illegal' betrachten und wieder abschieben statt mit ihnen zu teilen.
    Aber "ihr sollt wissen, daß kein Mensch illegal ist. Das ist ein Widerspruch in sich. Menschen können schön sein oder noch schöner. Sie können gerecht sein oder ungerecht. Aber illegal? Wie kann ein Mensch illegal sein?" (Elie Wiesel - Schriftsteller und Überlebender des Holocausts)
  2. Würde die herrschende Klasse wissen, wieviel menschlich-väterlicher, barmherziger, edler, beglückender und tröstlicher (Abrahams Schoß ist das Bild dafür) jene andere, göttliche Ordnung ist und welch eine Qual im Grunde genommen eine auf Mammon-Kapital, Gewalt, Profit und Luxus gegründete Gesellschaft ist, sie würden hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit. (siehe Mat. 5, 6+7 und Luk. 6, 20+22)