Die Sache Christi

Der Mensch ist heilig

Weil Gott gesagt hat, dass der Mensch heilig sein soll.

Ihr sollt (mir) heilig sein, denn ich, der HERR, bin heilig! (3. Mo. 20, 26)

Der im Ebenbilde Gottes geschaffene Mensch ist mit Heiligkeit versehen.

Der Apostel Petrus greift diesen Grundgedanken der SACHE CHRISTI auf, wenn er schreibt:

Es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig! (1. Pet. 1, 16)

Dies ist wie alles in der SACHE CHRISTI Verheißung und Forderung zugleich.

Was Heiligkeit ist:

Der König Belsazar veranstaltete für seine tausend Großen ein prächtiges Mahl und trank Wein vor den Tausend. Und während er sich den Wein schmecken ließ, befahl Belsazar, man solle die goldenen und silbernen Gefäße herbeibringen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen hatte, damit der König samt seinen Großen, seinen Frauen und seinen Nebenfrauen daraus trinken könne. Da wurden die goldenen Gefäße herbeigebracht, die man aus dem Tempel, aus dem Haus Gottes in Jerusalem, weggenommen hatte, und der König trank daraus samt seinen Großen, seinen Frauen und seinen Nebenfrauen. Sie tranken Wein und priesen die Götter aus Gold und Silber, aus Erz, Eisen, Holz und Stein. Im selben Augenblick erschienen Finger einer Menschenhand, die schrieben gegenüber dem Leuchter auf die getünchte Wand des königlichen Palastes; und der König sah die schreibende Hand. Da verfärbte sich das Gesicht des Königs, und seine Gedanken erschreckten ihn, und alle Kraft wich aus seinen Gliedern, und seine Knie schlotterten. Dan. 5, 1-6)

König Belsazar hat sich vergriffen: An den goldenen und silbernen Gefäßen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel in Jerusalem erbeutet hat. Diese waren Gott geweiht und ausschließlich für Gott und den Gottesdienst bestimmt. Die Reaktion Gottes lässt nicht lange auf sich warten:

'Mene' bedeutet: Gott hat die Tage deines Königtums gezählt und ihm ein Ende bereitet! 'Tekel' bedeutet: Du bist auf einer Waage gewogen und zu leicht erfunden worden! 'Peres' bedeutet: Dein Königreich wird zerteilt und den Medern und Persern gegeben werden! (V. 26-28)

Belsazar hätte das besser nicht getan. Denn mit diesem Leichtsinn und dieser Überheblichkeit hat er ein verächtliches Wesen an den Tag gelegt. Und der Prophet Daniel hält ihm das Urteil Gottes vor:

Du aber, Belsazar, sein Sohn, hast dein Herz nicht gedemütigt, obwohl du das alles wusstest, sondern du hast dich über den Herrn des Himmels erhoben; und man hat die Gefäße seines Hauses vor dich gebracht, und du und deine Gewaltigen, deine Frauen und Nebenfrauen, ihr habt Wein daraus getrunken, und du hast die Götter aus Gold und Silber, aus Erz, Eisen, Holz und Stein gepriesen, die weder sehen noch hören noch verstehen; den Gott aber, in dessen Hand dein Odem und alle deine Wege sind, hast du nicht geehrt! (V. 22+23)

Deine Tage sind gezählt. Weil du keinen Respekt vor dem Heiligen gezeigt hast, velierst du alles, einschließlich dein Leben.

Wenn nun Gott schon auf silberne und goldene Gefäße so sehr achtet, wievielmehr achtet er wohl den Menschen, der ihm heilig ist! Und natürlich will er, dass auch der Mensch den Menschen achtet!

Von daher ist es keine gute Idee, mit Menschen leichtfertig und ohne Respekt vor der Heiligkeit des Lebens oder der Würde des Menschen umzugehen.

Die Heiligkeit Gottes

Der Prophet Jesaja hat eine Offenbarung davon:

Im Todesjahr des Königs Ussija sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron, und seine Säume erfüllten den Tempel. Seraphim standen über ihm; jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckten sie ihr Angesicht, mit zweien bedeckten sie ihre Füße, und mit zweien flogen sie. Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen; die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit! (Jes. 6, 1-3)

Die unentwegte Proklamation der Heiligkeit Gottes durch die Engel ist wie ein Schild, der nichts Unheiliges gegen Gott durchkommen lässt.

Jak. 1, 13: Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht auch niemand.

Gott ist imun gegen das Böse; seine Abwehrkräfte sind so stark, dass nicht einmal die kleinste Versuchung an ihn herankommen kann. Für alles Unheilige ist er absolut tabu – unberührbar, unantastbar.

Die Heiligkeit des Menschen

Unter den Menschen sollte es auch so sein: Die Proklamation der Heiligkeit des Menschen durch den Menschen sollte so sein, dass nichts Unheiliges an ihn rangelassen wird. Ein Mensch ist der Verteidiger der Würde des anderen Menschen.

Dieser Gedanke findet seinen Ausdruck im Art. 1 Abs. 1 unseres Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar."

Ähnlich lautet es in der Proklamation der Allgemeinen Menschenrechte der Vereinten Nationen.

"Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet, da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen ..."

Und "die Unkenntnis, die Achtlosigkeit oder die Verachtung der Menschenrechte", so verkündet es die französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, sind "die einzigen Ursachen des öffentlichen Unglücks und der Verderbtheit der Regierungen".

Gott selbst proklamiert diese Heiligkeit des Menschen, wenn er zu den Kindern Israels sagt: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott!

- Ihr sollt jeder Ehrfurcht vor seiner Mutter und seinem Vater haben und meine Sabbate halten, denn ich, der HERR, bin euer Gott ...
- Wenn ihr die Ernte eures Landes einbringt, sollst du den Rand deines Feldes nicht vollständig abernten und keine Nachlese nach deiner Ernte halten. Auch sollst du nicht Nachlese halten in deinem Weinberg, noch die abgefallenen Beeren deines Weinberges auflesen, sondern du sollst es dem Armen und dem Fremdling lassen; denn ich, der HERR, bin euer Gott.
- Ihr sollt nicht stehlen und nicht lügen noch einander betrügen!
- Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen, sodass du den Namen deines Gottes entheiligst! Ich bin der HERR.
- Du sollst deinen Nächsten weder bedrücken noch berauben.
- Der Lohn des Taglöhners soll nicht über Nacht bei dir bleiben bis zum Morgen.
- Du sollst dem Tauben nicht fluchen und dem Blinden keinen Anstoß in den Weg legen, sondern du sollst dich fürchten vor deinem Gott; ich bin der HERR!
- Ihr sollt keine Ungerechtigkeit begehen im Gericht; du sollst weder die Person des Geringen ansehen noch die Person des Großen ehren; sondern du sollst deinen Nächsten gerecht richten.
- Du sollst nicht als Verleumder umhergehen unter deinem Volk! Du sollst auch nicht auftreten gegen das Blut deines Nächsten! Ich bin der HERR.
- Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen; sondern du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, dass du nicht seinetwegen Schuld tragen musst!
- Du sollst nicht Rache üben, noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Ich bin der HERR
. (3. Mo. 19, 3-18)

Alles konkrete Beispiele für das Zusammenleben, in denen es darum geht, die Heiligkeit des Menschen zu achten und in angemessener Weise zum Ausdruck zu bringen.

Die Idee der SACHE CHRISTI ist, dass in der Gemeinde dies gelebt wird und daher auch die Menschen, die zur Gemeinde gehören, von Paulus Heilige genannt werden. (siehe 1. Kor. 1, 2; 2. Kor. 1, 1; Eph. 1, 1; Phil. 1, 1; Kol. 1, 4)