Die Sache Christi

Die (Welt-)Geschichte

Während in der heidnischen Welt des Polytheismus nur unterschiedliche Teilgeschichten einzelner Völker bekannt sind, tritt in der Bibel Geschichte als eine umfassende Geschichte zur Natur hinzu und wird in ihrem umfassenden Sinn wichtiger als jene. Von dem Einen lebendigen Gott aus gibt es nur Ein Geschehen, das zugleich umfassend ist und Einen letzten sittlichen Sinn und Ein letztes sittliches Ziel hat. Diese stammen von dem Einen Gott her, dessen Wille auf die Eine Welt des Guten gerichtet ist, in welcher Gerechtigkeit wohnt. (siehe 2. Pet. 3, 13)

Er liebt Gerechtigkeit und Recht; die Erde ist erfüllt von der Güte des HERRN. (Ps. 33, 5)

Der Eine lebendige Gott, der Eine Gott der Einen wirklichen Schöpfung, der Gott der Einen Welt, der Gott der Zeit und der Freiheit steht als entscheidungs- und handlungsfähiger Gott gegenüber 'dem ewig gleichen Spiel der Elemente der Natur', ein Spiel:

Ein echte Geschichte aber braucht das Individuum mit seinem Recht und seiner Freiheit.

Von dem Einen Gott geht die Eine Welt und die Eine Geschichte aus. Nur auf diesem Boden bekommt die ganze Wirklichkeit einen Sinn, der das Chaos überwindet und gestaltet. Nur auf diesem Boden gibt es eine Weltgeschichte ... jene Eine Wahrheit, von welcher die Wissenschaft im letzten Grunde lebt, und nur auf diesem Boden die unendliche Leidenschaft für die Wahrheit. (L. Ragaz)

Von hierher stammt letztlich auch der Gedanke der Entwicklung im modernen Sinn einer Evolution mit seiner ungeheueren Tragweite.

In der Bibel findet sich diese Geschichte des Einen Gottes und der Einen Welt

Das Symbol weist auf den Zusammenhang, des Menschlichen mit dem Nicht-nur-menschlichen, mit dem Übernatürlichen und Kosmischen.

Im Zusammenhang aber, nur in ihm, offenbart sich der Sinn. Und im Sinn offenbart sich Gott. Die Geschichte wird zur Offenbarung Gottes. (L. Ragaz)

Nachtrag

Zweierlei liegt im Wesen von Geschichte: Zum einen, dass wirklich etwas geschieht, dass eine Neues eintritt. Zum andern, dass ein Zusammenhang vorhanden ist und damit ein Sinn des Geschehens. Ersters ist Durchbruch – und Schöpfung zugleich. Das zweite ist Kontinuität und Erhaltung. Beides liegt in Gott und geht von ihm aus.