Die Sache Christi

Die These

Die Erlösung kommt durch das Reich Gottes, durch die Herrschaft Gottes, welche eine Herrschaft der Gerechtigkeit ist Durch den Eintritt Jesu Christi in die Welt und seine Auferstehung ist die alte Welt mit ihren starren Ordnungen gesprengt worden und einer neuen Welt Gottes ist die Bahn geöffnet worden.

"Die durch den Fluch verderbte und verlorene Schöpfung Gottes trat sozusagen aus dem offenen Grab neu hervor." (L. Ragaz)

Die kommende Welt des Reiches Gottes tritt in den Taten Jesu zum Vorschein, darum heißen sie auch Zeichen.

Mat. 11, 3-5: Bist du derjenige, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und berichtet dem Johannes, was ihr hört und seht: Blinde werden sehend und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote werden auferweckt, und Armen wird das Evangelium verkündigt.

Mat, 12, 28: Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen!

Das Reich Gottes ist auf der Erde angekommen, aber nicht gleich in Vollendung. Es kommt noch weiterhin. Das Reich Gottes ist ein kommendes, aber es ist zugleich ein schon gekommenes. Oder mit anderen Worten:

Das Reich Gottes wird kommen, weil es schon gekommen ist.

Dies zeigt sich an Pfingsten im Reichtum dieser neuen Welt Gottes an der frisch geborene Gemeinde, z.B.:

Mit ihrem kommunistischen Lebenstil feiern sie den Sieg über die gesellschaftlichen Mächte. Der Grad ihrer Verfolgung durch die Juden und das Imperium Romanum offenbart, wie gefährlich und herausfordernd ihr lebendiger Glaube für den Status Quo der politischen und religiösen Machthaber war. Aber ihre Unerschrockenheit vor dem Tod zeigt die fundamentale Gegenwirklichkeit Christi, der das Leben ist.

Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht ... Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. (1. Joh. 5, 12+20)

Von dieser Wirklichkeit der SACHE CHRISTI aus bricht die Erlösung in die Welt hinein bis hin zur Erlösung der Natur.

Röm. 8, 19-23: Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei. Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt; und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.

Krankheit und Tod

Beides wird nun nicht mehr als Fatum hingenommen, sondern bekämpft:

In Möttlingen und Bad Boll kommt es durch Vater und Sohn Blumhardt zu wohlbezeugten, großartigen Manifestationen der siegreichen Wirklichkeit der SACHE CHRISTI über Krankheit und Tod.

Es kommt zu immer wieder neuen Ausgießungen des Geistes an vielen Orten der Welt, oft begleitet durch Heilungen, Wunder und andere Zeichen der lebendigen Kraft Gottes im Namen Jesu Christi.

Die Medizin:

An die Stelle einer rein naturwissenschaftlichen und oft sogar rein materialistischen Auffassung von Krankheit und Tod setzt sich wieder eine mit Seele und Geist, wie z.B. in der Psychosomatik. Und die Medizintechnik beweist, dass die Welt mitnichten so verschlossen oder gar fertig ist, wie das bisher unter dem Einfluss des Rationalismus geglaubt wurde.

Es geschieht eine Öffnung der Welt, die den deterministischen Panzer zersprengt, in welche das Leben gehüllt war und worin aller Geist und alles Schöpferische erstickt worden war. (L. Ragaz)

Die Wiederbringung aller Dinge

In der griechischen Sprache mit apokatastasis panton bezeichnet, spricht von der Neugeburt (Palingenesie) und Vollendung der Schöpfung in der Aufhebung des Todes und der Überwindung und Beseitigung des Bösen.

Davon spricht Jesus in Mat. 19, 28: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

Paulus spricht davon in Röm. 8, 19-23 (siehe oben) und 1. Kor. 15, 20-28: Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden. Denn weil der Tod durch einen Menschen kam, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen; denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: Als Erstling Christus; danach die, welche Christus angehören, bei seiner Wiederkunft; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, wenn er jede Herrschaft, Gewalt und Macht beseitigt hat. Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod beseitigt. Denn 'alles hat er seinen Füßen unterworfen'. Wenn es aber heißt, dass ihm alles unterworfen ist, so ist offenbar, dass derjenige ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat.

Diese jedoch geschieht nicht als eine quasi automatische, notwendige, ja fast fatalistische Entwicklung am Ende der Zeiten, sondern in der Mitwirkung des Menschen in Glaube, Hoffung, Liebe. Dann reifen diese Dinge bereits im Hier und Jetzt heran bis zu ihrem Eintreten.

Wem eine solche kosmische Erlösung unvorstellbar ist:

Das Kind im Mutterleib kann sich auch nicht vorstellen, was das Leben nach der Geburt für eines sein wird? (L. Ragaz)

Zusammenfassung

Der Grundgegensatz aller Wirklichkeit ist der zwischen Gott und dem Tod.

Davon redet die SACHE CHRISTI im Evangelium, wenn vom ewigen Leben gesprochen wird. Aber vor Gott, der ein Gott der Lebendigen ist und nicht der Toten ( siehe Mat. 22, 32 und Luk. 20, 38), gibt es keinen Tod.