Die Sache Christi

Das Evangelium der Armen

Den 'Armen wird das Evangelium verkündigt' (Mat. 11, 15), den unteren Klassen, den 'Stillen im Land' (sieh Ps. 35, 20), dem Proletariat.

Die SACHE CHRISTI ist eine Antwort auf den Ruf der Armen, welcher ein Ruf nach Gerechtigkeit ist.

Jak. 5, 4: Siehe, der Lohn der Arbeiter, die euch die Felder abgemäht haben, der aber von euch zurückbehalten worden ist, er schreit, und das Rufen der Schnitter ist dem Herrn der Heerscharen zu Ohren gekommen!

Jede Verletzung der Menschenwürde schreit nach Gerechtigkeit vor dem Angesicht Gottes.

Diesem Ruf nach Gerechtigkeit ist mit allen Kräften zu antworten. Dies "erfordert, eine neue Mentalität zu schaffen, die in den Begriffen der Gemeinschaft und des Vorrangs des Lebens aller gegenüber der Aneignung der Güter durch einige wenige denkt." (Evangelii gaudium, 188)

Es geht darum, dem Eigentum seine soziale Funktion und universale Bestimmung zurück zu geben, die älter ist als die neoliberale Auffassung vom Privatbesitz und dem Hüten und Mehren dieser Güter und Gelder.

Es geht darum, dass 'die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner' (Ps. 24, 1) dem Gemeinwohl dienen. Dies bedarf einer Solidarität als gelebte Entscheidung, dem Armen zu geben, was ihm zusteht. Das wiederum bedarf etlicher struktureller Umwälzungen.

Neue Formen von Armut und Hinfälligkeit:

und viele andere mehr, deren grauenhaftes Leid und Elend schier unbeschreiblich ist.

Was die Welt braucht sind Menschen! Nicht nur Politiker, die auch! Aber solche, denen die Gesellschaft, das Volk, das Leben der Armen wirklich am Herzen liegt!

Jak. 2, 12+13: Redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen! Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.

So mahnt auch der Prophet Daniel den großen König Nebukadnezar: Darum, o König, lass dir meinen Rat gefallen und brich mit deinen Sünden durch Gerechtigkeit und mit deinen Missetaten durch Barmherzigkeit gegen Elende, wenn dein Wohlergehen dauerhaft sein soll! (Dan. 4, 24)

Die SACHE CHRISTI ist eine ernste Warnung vor dem Mammon wie sie in der Geschichte vom reichen Jüngling (Mark. 10, 17-27) und dem Gleichnis vom reichen Bauern (Luk. 12, 16-21) zum Ausdruck kommt: Leben aus Besitz, statt Leben aus Gott!

Denn nur aus der Armut vor Gott strömt schließlich der Reichtum der SACHE CHRISTI für eine neue Welt. Entsprechend ist auch das entscheidende Kriterium für die Echtheit eines Apostels und seiner Predigt, dass er die Armen nicht vergessen soll. (siehe Gal. 2, 2+10)

Im Mittelalter zeigte die Verflechtung des Christentums als Kirche in das Reich des Mammon ihre krasseste Form: im Kauf und Verkauf von geistlichen Ämtern und im Ablass, dem Kauf und Verkauf der Vergebung der Sünden. Hier ist die SACHE CHRISTI in skandalöser Art und Weise mammonisert worden, wie dies auch heute zum Teil in den Strömungen des Wohlstandsevangeliums (Prosperity Gospel) der Fall ist.

Aber in den Orden des Bettelmönchtums der Franziskaner, Kapuziner und Dominikaner tritt der bettelnde Mönch als Vertreter Christi (siehe Mat. 25, 31-46) an den Menschen heran und erbittet in Demut, das, was ihm von Gott her gehört.

Und der Geber gewährt mit seiner Gabe, das, was er von Gott aus dem Bruder schuldet. So ist es gedacht! So soll es sein!