Die Sache Christi

Die Rede zu den Nachfolgern - Teil I

Die Bergpredigt ist weder das Konzept einer bürgerlichen Moral, noch eine religiöse Ethik. Sie ist auch keine Utopie oder Phantasterei. Sie ist die Wirklichkeit, die gilt, wenn Gott gilt, welcher der Herr und Vater aller ist.

Mat.5, 1-12: Als er aber die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg; und als er sich setzte, traten seine Jünger zu ihm. Und er tat seinen Mund auf zu einer Rede, lehrte sie und sprach:
Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel!
Glückselig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden!
Glückselig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben!
Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden!
Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen!
Glückselig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen! Glückselig sind die Friedfertigen, denn sie werden Söhne Gottes heißen!
Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel!
Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen! Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind
.

Sie ist die Rede von der großen Umkehrung:

Die Armut ist ...

... prägnant ausgedrückt, der große Gegensatz zum Besitz überhaupt ... Dies gilt für alles Leben. Vor allen auch für die Religion ... Das gilt vom sittlichen Besitz, von wirklicher oder eingebildeter Tugenhaftigkeit ... Das gilt auch vom kulturellen Besitz. (L. Ragaz)

Es gilt, an die Stelle der Besitzwelt die Gotteswelt zu setzten, welche das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit ist.

Es sind also die Seligpreisungen eine Umdrehung (Revolution) von der Welt zu Gott, dem Herrn und Vater aller.

Dementsprechend sind die, welche die Rede hören:

Leonhard Ragaz:

Alle können schon jetzt Jünger werden. Darum sind die Seligpreisungen, wie die ganze Bergpredigt, auch für Alle als Einladung: Wählet zwischen Welt und Gott, zwischen Unseligkeit und Seligkeit! ... Das Reich ist zwar angebrochen, aber es muss sich noch erfüllen. Und darum ist es auch für die Jünger schon da, aber seine Vollendung steht noch aus. Es gilt aber die Forderung schon heute und gilt auch die Verheißung ... Denn heute schon sind es die Armen, denen es gehört; heute sollen die Leidenden getröstet, die nach der Gerechtigkeit Hungernden und Dürstenden gesättigt werden; heute muss für den Frieden gekämpft werden; heute dürfen die um der Gerechtigkeit will Verfolgten fröhlich und getrost sein. Im vollendeten Reiche Gottes ist das alles nicht mehr nötig.

Salz und Licht

Mat. 5, 13-16: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als dass es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten wird. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; so leuchtet es allen, die im Haus sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Wie das Salz vor Fäulnis schützt, so wirken die Jünger Christi dem Zugrunde-Gehen der Welt an ihren eigenen Kräften entgegen. Man braucht nicht viel Salz: einige wenige genügen um ganze Völker oder Zeiten vor dem Untergang zu bewahren oder zu retten.

'Dumm oder faul' wird das Salz, wenn es sich mit den umgebenden Stoffen vermischt (z.B. durch Luftfeuchtigkeit und Regen oder Flut); dann verliert es seine Würze, seine Kraft; das ist die einzig wirkliche Gefahr für die SACHE CHRISTI.

Nicht Verkennung, Verfolgung, Niederlage ist ihre Gefahr – die sind vielmehr ein Segen für sie – sondern die Verweltlichung ... Entweder versucht die SACHE CHRISTI die Welt für sich zu erobern, verbündet sich der Welt, trachtet sich die Kräfte der Welt anzueignen: Geld, Macht, Ehre und dergleichen. Oder sie versucht sich der Welt anzupassen, in der Meinung, sie dadurch mit sich zu versöhnen. Man vermindert dann den Ernst der Botschaft. (L. Ragaz)

Man treibt es sogar soweit, dass die SACHE CHRISTI zur Sanktion der Welt wird ...

... ein stärkstes Präservativ des Bösen, das durch einen 'christlichen' Zusatz fester wird und sich besser gegen den Angriff des Gewissens halten kann. (L. Ragaz)

Wahrheit aber bleibt Wahrheit und darf nicht kompromittiert (von Kompromiss) werden. Dann behält das Salz seine Schärfe.

Die Wahrheit muss aber scharf sein, unerbittlich. Sie muss ganz vertreten werden, nicht halb. Sie ist ein Schwert und muss schneiden, muss Wunden schlagen. (L. Ragaz)

Irgendwelche Ersatzstoffe für die Wahrheit sind oft giftig und haben unerwünschte Nebenwirkungen; sie genügen nicht und 'verschlimmbessern' die Sache meist – während die Fäulnis fortschreitet. Was es braucht, ist eine Jüngerschar, die der Wahrheit Gottes und seiner Herrschaft verpflichtet ist. Die hat dann auch die nötige Kraft.

Wenn die SACHE CHRISTI ihre Salzkraft wiedergewinnen will, dann nur durch Rückkehr zu ihrer Bestimmung und das heißt Abkehr von der Welt. Das heißt Umkehr, Umdrehung, Revolution.

Das Licht der Welt ist das Reich Gottes und diejenigen, die seine Träger sind – mögen sie auch menschlich klein und unbedeutend sein. Sie tragen etwas Großes, etwas das leuchtet – und erleuchtet, etwas, das strahlt und gesehen wird, weil es zum Ausdruck kommt: im Wesen und Tun, in der Art und Haltung, in der Botschaft und der Lebensführung.

Die Existenz der Jünger muss der SACHE CHRISTI entsprechen, weil sie etwas Außerordentliches vertreten.

Vertrete es durch außerordentliches Wesen. Vertrete es nicht durch etwas, was auch die Welt leisten kann, sondern vertrete es durch das, was von anderswoher kommt und dorthin weist. (L. Ragaz)

Das Licht der Jünger Christi soll strahlen. Sie sind zur Schau gestellt: sie sollen das Heilige nicht bloß im Innern tragen, auch das Außen soll davon Zeugnis geben. Denn das Innen kann sich nur im Außen kundtun.

Auf die Frage: 'Wann ist das Reich Gottes gekommen' lautet die Antwort Jesus: Wenn das Äußere wie das Innere und das Innere wie das Äußere ist. (nicht im Neuen Testament überliefert, sondern in anderen Quellen)

Eine innere Überzeugung und Gesinnung gewinnt mächtig an Kraft, wenn sie sich in Wort (in rechten Worten) und Tat äußert. Die Flamme wächst durch die Flamme. Glaube, Liebe, Hoffnung, sie alle werden stärker durch die Aussprache, die Kundgebung. (L. Ragaz)

Die Jünger Christi haben eine große Verantwortung vor Gott, wie die Menschen zu ihren Zeiten und nach ihnen die SACHE CHRISTI betrachten.

Taten des Glaubens und der Liebe, die aus Gott fließen, das Aufstrahlen von Güte und Reinheit, eine hohe und freie Menschlichkeit bilden den Gegensatz zum Wesen – und Verwesen – der Welt. Dem tritt der Auftrag der Jünger Christi und der Gemeinde entgegen: Schaffet eine Welt der Gerechtigkeit und des Reiches Gottes und die Menschen werden an Gott glauben. (L. Ragaz)

Zum Reich Gottes gehört untrennbar die Nachfolge!

Das Gesetz und die Gerechtigkeit

Mat. 5, 17+20: Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen!

Das Grundwort der Bibel und der SACHE CHRISTI ist Gerechtigkeit: Sie umfasst alles, was vor Gott recht ist, die ganze sittliche Haltung.

Dem gegenüber stellt Jesus das Gesetz, welches die Moral verkörpert: ein System von Regeln für das Verhalten.

Die Schriftgelehrten sprachen von einem Zaun: Der soll zwar das Böse abhalten – und das tut er auch. Aber zugleich hält er damit auch das Gute ab. Denn was jenseits des Zaunes liegt, ist Niemandsland. Weil es nicht zum Bereich des Guten und der Forderung Gottes gehört, wir es als sittlich neutral betrachtet und entwickelt eine Eigengesetzlichkeit, die dann aber vom Weltgeist beeinflusst ist und zur bürgerlichen Moral wird – sei's eine christliche, sei's eine andere. Es gilt dann: Wenn man befolgt, was innerhalb des Zaun des Gesetzes ist, dann ist man gerecht. Dadurch bekommt aber das Böse ein weites Feld.

Ein weiterer Mangel des Gesetzes: Seine Regeln kann man, weil sie begrenzt sind, ganz erfüllen. Man kann sich wenigstens einbilden, es zu tun ... Infolge dieser Meinung, man erfülle das Gesetz, tritt in der Seele eine Sattheit oder Verhärtung ein, welche fast immer die Folge des Besitzes ist: die Selbstgerechtigkeit, sei's die der Frommen, sei's die der Weltmenschen. (L. Ragaz)

Ein anderer Hauptmangel des Gesetzes ist, dass es unfrei macht. Es kommt ja mit seinem Gebot von Außen an den Menschen heran. Das Resultat ist Freudlosigkeit, weil es als Zwang und Last empfunden wird. Weil es aber nicht aus Lust und Eifer für Gott und das Gute kommt, wuchert darin das Gift der menschlichen und oft nur allzumenschlichen Härte, Herrschsucht, Hochmut und Lust am Plagen und Quälen anderer mit den Forderungen des Gesetzes. So können andere dadurch zur Verzweiflung gebracht werden.

Das Gesetz ist auch eine Schablone. Es kann der Bewegung des Lebens nicht folgen.

Es vergewaltigt mit deinen Regeln die freie Regung des Guten und es erstickt das Herz im Panzer ... es ist nicht imstande, der konkreten Situation dem 'Augenblick' gerecht zu werden ... Besonders die Liebe kommt dabei zur kurz. (L. Ragaz)

C.S. Lewis:

Der Paradoxie des Lebens wird keine Regel gerecht.

Auch im politischen und sozialen Leben ist das Gesetz der Erstarrung ausgesetzt und ob den vielen Gesetzen geht das Recht verloren.

Ein weiterer Mangel des Gesetzes:

Es ist ein Kind der Tradition. Man übernimmt es von Vätern und Vorvätern. Es wird dadurch geheiligt. Wehe dem, der es antastet! Aber darum veraltet es auch, passt nicht mehr auf die neue Lage. (L. Ragaz)

Auch das Dogma ist ein Gesetz und die Dogmatik ein Gesetzbuch.

Welches ist dann die bessere Gerechtigkeit?

Kurz:

Die neue Gerechtigkeit ist das Leben in der Freiheit und Herrlichkeit der Söhne und Töchter Gottes. (L. Ragaz)

In der Erfüllung liegt zugleich die Auflösung:

Das Gesetz ist Ausgangspunkt, nicht Endpunkt.

Es hat seine Bedeutung als Mahner, Lehrer und Richter – immer im Hinblick auf die Forderung nach Erfüllung.

Es ist Anzeiger für das Minimum der an uns gestellten Forderung. Es ist aber nicht die obere Grenze.

Gottesdienst und Brüderlichkeit

Mat.5, 21-26: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: 'Du sollst nicht töten!', wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder ohne Ursache zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka!, der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr!, der wird dem höllischen Feuer verfallen sein. Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe! Sei deinem Widersacher bald geneigt, während du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit der Widersacher dich nicht etwa dem Richter ausliefert und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergibt und du ins Gefängnis geworfen wirst. Wahrlich, ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den letzten Groschen bezahlt hast!

Das Gesetz errichtet einen Zaun: Es will die Heiligkeit des Lebens schützen und gebietet darum: "Du sollst nicht töten!"

Aber es setzt damit auch eine Grenze. Denn die Heiligkeit des Menschen muss viel tiefer verstanden und empfunden werden. Sie darf auf keine Weise angetastet werden, auch nicht durch den Hass ... Wir sollen von Gott, dem Herrn und Vater aus, in der Empfindung tiefster, unbedingter Verbundenheit mit dem Bruder und der Verpflichtung gegen ihn leben. Diese Verpflichtung gegen den Bruder, dieses Gefühl für das heilige Recht des Vaters, das mit ihm ist, diese Empfindung unserer Verbundenheit mit ihm und der daraus erwachsenden Verantwortlichkeit gegen ihn ist das Wesen dessen, was wir Liebe nennen. (L. Ragaz)

Was für ein Bild!

Das Opfer war die heiligste Handlung, die es für einen frommen Israeliten gab ... Und doch sagt Jesus: "Lass das Opfer vor dem Altar warten, wenn dir dort – erst dort, oder doch erst klar – in den Sinn kommt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat und zwar etwas Ernsthaftes. Gehe vom Abendmahl oder von der Messe (der Kommunion) weg, wenn schon der Pfarrer dir das Brot und den Wein oder der Priester die Hostie reicht, und bringe die Sache mit deinem Bruder in Ordnung." (L. Ragaz)

Vorrang hat die Gerechtigkeit vor dem Kultus: "Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit", lehrt Jesus.

Rechter Gottesdienst ist Brüderlichkeit, das rechte Opfer die Erfüllung der Verpflichtung gegen den Bruder. Diese ist das wesentliche Element aller Beziehung zu Gott und den Menschen:

Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann der Gott lieben, den er nicht sieht? (1. Joh. 4, 20)

Wehe wenn du gegen die Liebe sündigst! Das wird zum schweren Gericht über dich. Das kann deine Seele nicht vergessen. 'Du musst den letzen Rappen bezahlen' Du wirst besonders an Gräbern deine Schuld furchtbar empfinden, wenn es zu spät ist – zu spät! Darum bringe dein Verhältnis zum Bruder in Ordnung, solange du noch mit ihm auf dem Wege bist. (L. Ragaz)

Man kann nicht gerecht vor den Heiligen Gott treten solange man mit dem Nächsten noch im Unrecht ist.

Nicht Kultus zählt, sondern Gerechtigkeit!
Nicht Religionserfüllung, sondern Rechtserfüllung!

Nicht Opfer, nicht Altar, sondern der Bruder ist es, der zählt! Der mir der Nächste ist, von Gott aus, dem Herrn und Vater aller.

So will es das Recht Gottes:

Die unendliche Solidarität der Gemeinschaft in Schuld und Vergebung, in Verantwortung und Hilfe ... ein neues Völkerverhältnis ..., das im heiligen Recht des Menschen und Bruders begründet ist, ... eine Bruderschaft der Völker vor Gott und in Gott, dem Vater. (L. Ragaz)

Reinheit in der Ehe

Mat.5, 27-32: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: 'Du sollst nicht ehebrechen!' Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dir aber dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn deine rechte Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Es ist auch gesagt: 'Wer sich von seiner Frau scheidet, der gebe ihr einen Scheidebrief'. Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, ausgenommen wegen Unzucht, der macht, dass sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.

"Du sollst nicht ehebrechen" ist eine Grundordnung Gottes. Aber das Gesetz zieht wieder einen Zaun: Was innerhalb ist, unterliegt dem Gebot, was außerhalb ist, ist Freiland und 'Freiwild'.

Die Ehe soll, formell, nicht gebrochen werden, aber erlaubt ist, auf ein fremdes Weib begehrliche Blicke zu werfen. Die Ehe soll gehalten werden, formell, so lange sie besteht, aber sie darf leichthin aufgelöst werden. Es genügt hierfür eine gesetzliche Form. Mit anderen Worten: der Ehebruch wird erlaubt, wenn nur die gesetzliche Form gewahrt wird. Und das heißt: diese gesetzliche Form sanktioniert geradezu den Ehebruch. (L. Ragaz)

Aber Gott hat das Weib wie den Mann geschaffen. Und auch die Ehe. Damit sind sie – Weib, Mann, Ehe – ein unantastbares Heiligtum. Damit ist auch die Ehe etwas Ausschließliches.

Vom Einen Gott geht die Eine Ehe aus. Das Weib ist heilig, ist Person. Und so der Mann. Das Weib kann und soll in der Einehe heilig sein, Person sein, und ebenso der Mann; jede Form der geschlechtlichen Vereinigung von Frau und Mann außer der Ehe ist Entheiligung von Frau und Mann. Die Ehe ist ein Sakrament und nur als Sakrament Ehe. Unzucht ist Ehebruch, vor der Ehe, in der Ehe (es gibt auch solche!), außer der Ehe und nach der Ehe. (L. Ragaz)

Ehebruch entsteht aus der Entfernung von Gott. Wer Gott hat, der hat Genüge. Wer aber Gott nicht hat, dessen Hunger und Durst nach Leben bleiben ungestillt. Es entsteht die Gier im Menschen. Er begehrt die Welt, er sucht nicht das Eine, sondern das Viele, und bekommt doch nicht genug.

Er trachtet nach Glück, Ehre, Macht, Genuss. Er trachtet besonders nach Geld. Er trachtet vor allem auch nach dem Weibe. Er begehrt es mit den bloßen Sinnen, ohne die Voraussetzung von Achtung und Liebe. Das Weib wird aus Person zur Sache ... Weiter auf dieser Linie geht es zur Hurerei ... Wer die Frau vor Gott, dem Herrn, als dessen Geschöpf und im Vater als Schwester empfindet, darf und kann nicht damit zufrieden sein, dass er nicht im groben Sinne mit ihr die Ehe bricht. Er darf ihrer auch nicht begehren, darf sie auch nicht durch Gedanken entheiligen. Er hat sonst schon die Ehe mit ihr gebrochen. (L. Ragaz)

Prostitution ist der furchtbarste Ausdruck der Entwürdigung der Frau, die aber in allem Begehren als Element vorhanden ist. Sie hat zur Ursache, wie dann aber auch zur Folge, dass die Frau als minderen Rechtes erscheint, dass sie Sache ist statt Person.

Und wie ist es mit dem Ausreißen des rechten Auges und dem Abhauen der rechten Hand?

Wenn das Begehren den Menschen beherrscht, so wir es zu seiner Hölle für Leib und Seele. (L. Ragaz)

Und wie steht es mit der Scheidung?

Eine Ehe kann unter Umständen keine Ehe sein. Dann ist ihre Auflösung besser als ihre Beibehaltung. Jesus selbst lässt Ehebruch als Scheidungsgrund gelten. Die Herzenshärtigkeit der Menschen, sagt er, durchbricht das Gesetz Gottes (siehe Mat. 19, 3-12) ... Durch die 'Herzenshärtigkeit' der Menschen, die von Gott abgekommen sind, ist es anders geworden; die Erlösung führt, in Erhöhung, zum 'Anfang' zurück. (L. Ragaz)

Der rechten Ehe eignet Ewigkeit. Sie ist für immer geschlossen. Sie bedarf der unbeschränkten Reinheit.

Die Gier nach dem falschen Unendlichen, das Begehren nach der Geltung, der Macht, dem Genuss, dem Gelde; überall muss die Gier nach der Welt gestillt werden durch Gottes Leben und Fülle ... überall muss das falsche Trachten verdrängt werden durch das eine Trachten nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit. So entsteht überall Reinheit. (L. Ragaz)

Wahrheit in der Kommunikation

Mat. 5, 33-37: Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: 'Du sollst nicht falsch schwören; du sollst aber dem Herrn deine Schwüre halten'. Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was darüber ist, das ist vom Bösen.

Der Eid oder Schwur soll die Wahrheit des Wortes und der Tat schützen. Die Bekräftigung liegt in der Berufung auf Gott. Innerhalb dieses Bezirkes ist sie geheiligt. Und außerhalb? Da gilt das nicht?!

Es soll aber alles Reden ohne Ausnahme vor Gott geschehen ... Die Wahrheit ist eine unbedingte und unendliche Verpflichtung; sie ist so unbedingt und unendlich wie Gott selbst. (L. Ragaz)

In der Morallehre, der Kasuistik (die Betrachtung von Einzelfällen), unterscheidet man allerlei Fälle und macht Unterschiede in der Geltung der Wahrheitsaussage: ein Schwur beim Himmel gilt weniger als ein Schwur bei Gott, einer bei der Erde weniger als beim Himmel, einer bei Jerusalem weniger als bei der Erde und einer bei eigenen Haupte weniger als bei Jerusalem.

Diesem ganzen Wesen hält Jesus entgegen:

"Ihr steht bei allem, was ihr redet, vor Gott und unter Gott. Ihm seid ihr in allem die Wahrheit schuldig, unbedingt und unzweideutig."

Es gibt aber eine Art zu reden, indem man versucht, der Wahrheit auszuweichen, vorsichtig um sie herum zu gehen – und das heißt: sie zu verraten. Weil sie einem nicht passt. Diese kommt aus der Berechnung. Aber die Wahrheit ist klar und einfach. Das Üble liegt in dem Vielen der Worte.

Man muss überall wahr sein. Aber die Art, wie die Wahrheit angebracht wird, muss auch wahr sein ... Und sie muss immer mit der Liebe verbunden sein, aus der Liebe fließen. Es gibt keine Wahrheit ohne Liebe. Aber freilich auch keine Liebe ohne Wahrheit. (L. Ragaz)

Wahrheit ist keine starre Schablone, sie ist eine lebendige Macht. Sie ist keine fertiges Rezept, sondern eine stets neu zu findende Einstellung des ganzen Menschen durch das Wort und die Tat. Sie ist ein Streben, ein Trachten, ein Kampf.

Von Gott her aber, dem Herrn und Vater, vom Unbedingten und Unendlichen her, kommt das Gebot: "Du sollst nicht bloß die Wahrheit sagen, statt die Unwahrheit, sondern du sollt die Wahrheit sagen, das bedeutet: Du sollst die Wahrheit anerkennen, wo sie dir begegnet, weil dir darin Gott begegnet. Du sollt die Wahrheit bekennen, wo es nötig ist. Du sollst der Wahrheit gehorchen im Reden und Tun ohne Rücksicht auf die Folgen. Wenn du das nicht tust, bist du nicht wahr. (L. Ragaz)

Die Wahrheit ist ein Heiliges, hütet es wohl.

Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht vor die Säue. (Mat. 7, 6)

Wenn die Wahrheit unendlich ist wie Gott selbst, so folgt daraus, dass wir sie nie bloß haben, sondern auch immer suchen müssen ... Es gilt auch hier das Gesetz der Armut. Wir dürfen nie meinen, wir hätten die Wahrheit ... von Gott aus kommt auch die Unerbittlichkeit der Wahrheit, die Unbedingtheit der Wahrheit, die Schärfe der Wahrheit. Geduld und Strenge, Verständnis und Gericht, Weite und Schärfe gehören zusammen; sie fließen alles aus Gott, dem Vater und Herrn.(L. Ragaz)

Das Recht

Mat. 5, 38-42: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: 'Auge um Auge und Zahn um Zahn!' Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, so biete ihm auch die andere dar; und dem, der mit dir vor Gericht gehen und dein Hemd nehmen will, dem lass auch den Mantel; und wenn dich jemand nötigt, eine Meile weit zu gehen, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der von dir borgen will!

"Auge um Auge und Zahn um Zahn!" Das ist die Grundformel des Rechts. Diese Forderung des Rechtes auf Vergeltung und Ausgleich ist als Recht gemeint und soll vor Willkür und noch größerer Gewalt schützen. Es soll etwas Heiliges wahren: das Leben und die Person des anderen. Denn die Natur antwortet auf Gewalt mit Gewalt, oft sogar mit noch größerer Gewalt. Dem tritt der Geist im Recht gegenüber. Er soll und will durch Strafandrohung den wilden Vergeltungstrieb, der oft gepaart ist mit Wut und Zorn, bändigen.

Die Gewalt macht den Menschen zur Sache, das Recht macht ihn zur Person. Das Recht ist in jeder Form ein Abglanz des heiligen Rechtes, das von Gott her auf seiner Schöpfung ruht, besonders auf dem Menschen. Es ist ein Ausdruck jener Furcht Gottes, welche Ehrfurcht ist und das Fundament aller Sittlichkeit bildet. Das Recht schützt und heiligt den Menschen. (L. Ragaz)

Was Jesus meint,ist: Bestehe nicht allzu hartnäckig auf deinem Recht. Gib dem Andern auch sein Recht, ja sogar noch mehr, gib ihm Gnade, Großzügigkeit. Gib ihm von dem Recht, das du selbst von Gott, dem Herrn und Vater hast; gib ihm das Recht des Bruders, welches die Liebe ist.

Auch das Recht ist gemeinsames Eigentum. Denn auch das Recht gehört Gott. Darum gilt auch hier die Grundregel der Armut. Darum versteife dich auch hier nicht auf deinen Besitz ... Hüte dich vor der Rechthaberei ... Vermeide das Gericht über das Rechthaben. Wandle in Großmut ... (aber das) hat nichts damit zu tun, dass wir das Böse sollen ungehemmt und unwidersprochen walten lassen; wir sollen es bekämpfen bis aufs Blut, bis auf den Einsatz unseres Lebens. Es ist alles andere als falsche, weiche Nachgiebigkeit gegen das Unrecht ... Es bedeutet: Du sollst das Böse nicht mit seinen eigenen Mitteln bekämpfen. Du sollst ihm nicht auf seinem Boden entgegentreten. Du sollt nicht Unrecht mit Unrecht, Lüge mit Lüge, Gewalt mit Gewalt bekriegen. Du sollst dem Bösen nicht auf der gleichen Ebene entgegenstehen (so sollte das Original wörtlich übersetzt werden), sondern sollst ihm von einer höheren Ebene her begegnen, sollst ihm überlegen sein. Du sollst dem Unrecht mit Recht, der Lüge mit Wahrheit, der Gewalt mit Geist begegnen ... Du sollst den Adel der Söhne Gottes wahren. Darum sollst Du dem Gegner sein Recht geben und mehr als sein Recht, indem du ihm das Recht Gottes gibst. (L. Ragaz)

Dem Bösen muss widerstanden werden – sogar bis aufs Blut –, aber mit dem scharfen Schwert der Wahrheit, dem Schwert des Guten, und nur von Gott her. Denn auch im Recht kann Unrecht liegen, wenn es auf eine Weise geltend gemacht wird, dass es zum Unrecht wird, indem es reizt und verhärtet.

Gewalt muss bekämpft werden, aber ohne Gewalt, denn das Prinzip der Gewalt ist die Vergewaltigung, die Unterdrückung des Rechts, der Freiheit, der Menschlichkeit. Gewalt ist Willkür, Rohheit, Knechtung; sie ist unmenschlich und ungöttlich, und sie verletzt das heilige Recht Gottes, das auf seinen Geschöpfen liegt.

Beim Recht soll auch Billigung sein:

Der Richter soll Recht sprechen, aber nicht ein Recht, das gnadenlos ist. Sonst wird das Geltendmachen des Rechtes selbst zur Gewalt. Es ist ja ein durchaus gewöhnlicher Kunstgriff, dass man sich auf ein Recht beruft, wenn man Gewalt üben will.

Die zweite Meile:

Diese Forderung gilt als ein Prinzip, nicht als Wörtlichkeit. Dem Beleidiger sollst du mehr geben, nämlich Gottes Recht, in welchem dein eigenes Unrecht eingeschlossen ist. Im Streit über materielle Dinge sollst du dem Anderen entgegenkommen, weit über sein striktes Recht hinaus. Beim Frondienst leiste lieber zu viel als zu wenig.

Diese Paradoxien Jesu sind nicht Wörtlichkeiten, sondern Symbole. Sie haben einen umfassenden Sinn. Sie stehen in der Freiheit des Reiches Gottes, gehen aber an Strenge weit über die Gerechtigkeit der Schriftgelehrten und Pharisäer hinaus – in eine neue Welt hinein. (L. Ragaz)

Größer als das Recht ist die Liebe

Mat. 5, 43-48: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist!

Das Gesetz hegt ein bestimmtes Lebensgebiet durch einen Zaun ein. Innerhalb von diesem gelten Verpflichtung und Liebe. Dadurch hält es Egoismus und Hass von diesem ab. Zugleich zieht es aber eine Grenze: Wer außerhalb des Zaunes ist, demgegenüber besteht die Verpflichtung zur Liebe nicht.

Dem Sippengenossen, dem Volksgenossen, dem Religionsgenossen, um nur dies zu nennen, gilt die Liebe, aber nicht dem Fremden oder gar Feinde; dem gilt der Hass ... (es ist) das Gesetz der Gesellschaft, der üblichen Moral. Und vor allem ist es das Gesetz der Natur, auf Feindschaft mit Feindschaft, ja sogar mit größerer Feindschaft, mit Feindschaft auf Zins und Zinseszins, zu reagieren (L. Ragaz)

Alle Politik beruht, so sagt man, auf Freundsein und Feindsein.

Was Feindesliebe nicht ist:

  1. Es geht nicht darum, dass man an dem Feind seine Freude habe in dem Sinne wie man an seiner Braut oder seinen Kindern Freude hat.
  2. Eine Liebe, wie etwa in dem Ausspruch: Seid umschlungen Millionen! ist eine bloß schwärmersiche oder sentimentale Auffassung und nicht das, was Jesus gemeint hat.
  3. Ein Pazifismus, der überall nur das Gute sehen will und das Böse nicht als Tatsache zugeben will, der immer nur gelten lassen, rechtfertigen und beschönigen will, wäre ein schlimmster Fall von Missverstehen dessen, wovon Jesus eigentlich sprach.

Eine falsche Auffassung dieser Liebe wäre eine der schlimmsten Entartungen der SACHE CHRISTI.

Sie belastet diese auf verhängnisvoll Weise mit Utopismus, Heuchelei, Unnatur, Weichlichkeit und entfernt ehrliche, männliche Seelen von ihr. Vor allen müssen wir von ihr jeden Schein von Sentimentalität fern halten. Es muss Eins klar sein wie die Sonne und alle Nebel des Irrtums von dieser größten Sache vertreiben: Die Liebe, die Jesus meint, ist die tiefste Empfindung der unbedingten Verbundenheit von Mensch zu Mensch und unbedingten Verpflichtung von Mensch zu Mensch ... Dieses Band kann durch die Feindschaft nicht aufgelöst werden. Auch der Feind bleibt, als Kind des Vaters, dein Bruder. (L. Ragaz)

Muss es nicht eine Erlösung sein, den Hass aufgeben zu dürfen, die Verbindung wieder aufzunehmen und von dir aus die Feindschaft aufzugeben?

Jesus ruft uns in seine Nachfolge, indem er lehrt: Unser Tun soll eine Nachahmung Gottes sein. Gott ist großartig – darum soll auch unser Tun großartig sein. Feindschaft aber ist kleinlich. Sollten wir auf dem Boden dieser Wahrheit nicht für unsere Feinde beten können – nicht für sie als Feinde, aber doch für sie als solche, die Gottes Kinder und damit unsere Brüder bleiben?

Von einen Jünger Christi darf in der Nachfolge das Außerordentliche verlangt werden, das, was über die bloße Natur, das Gesetz und die konventionelle Moral hinausgeht. Gott verlangt es von uns, wenn wir seine Söhne und Töchter sein wollen, damit wir sie auch seien. (L. Ragaz)

Und wenn der Andere nicht aufhört, Feind zu sein?

Dann höre wenigsten du damit auf und warte nicht bis der Andere es auch nicht mehr ist.

Über Missetat muss das Gericht Gottes kommen. Wir brauchen es weder zu wünschen, noch darum zu beten; es kommt von selbst ... Und auch menschliche Gerechtigkeit muss sein. Aber muss es eine des Hasses und der Rache sein? Muss nicht darüber noch etwas anders stehen – so wie Gott über der Welt? Muss nicht auch Schmerz dabei sein, dass Gerechtigkeit und Gericht derart nötig geworden sind? Und darf, ja muss über dieser notwendigen Gerechtigkeit nicht auch Gnade sein? Würde, wenn dies nicht auch dabei wäre, nicht auch darüber wäre, nicht eine Gerechtigkeit des Hasses und der Rache sich selbst verzehren und so keine Gerechtigkeit mehr sein? Muss, in diesem Sinne, nicht doch die Liebe, die echte Liebe das letzte Wort sein – von Gott aus, dem Herrn und Vater? Ist sie nicht doch, recht verstanden, die Rettung der Welt? (L. Ragaz)

Nicht das Gesetz mit seinen Schranken kann und soll uns genügen, sondern nur die Unbedingtheit und Unendlichkeit Gottes selbst. Das ist die große Regel der Bergpredigt: sich an Gott orientieren statt an der Welt, der bloßen Moral oder bloßen Religion. Es gibt eine bessere Gerechtigkeit, die das Gesetz erfüllt – und mit seiner Erfüllung aufhebt, weil sie weit über das Gesetz hinaus in das Reich Gottes weist und hinein geht.

Hier geht's zum Teil II.