Die Sache Christi

Die Welt unmittelbar unter Gott

Der Gesamtsinn der Erzähung von den Erz-Vätern (Erz = griech. 'arche' und meint Anfang) mit ihren Gestalten Abraham, Isaak, Jakob und Joseph ist nach der Sintflut, welche Raum für einen Neubeginn geschaffen hat, und dem Ende Babels in der (Sprach-)Verwirrung der Anbeginn einer neuen Geschichte, der Geschichte Israels – wieder nicht bloß im Sinne der historischen Zeitlichkeit, sondern im Sinne des 'Prinzips'. Es ist ...

... eine Geschichte, die sich unter Gott vollzieht, genauer gesagt: um die Urgeschichte unter Gott ... Sie stellt einen Übergang dar und eine Mitte, nämlich der Geschichte des Gottesvolkes (und Gottesreiches); eine Mitte zwischen Paradies und Fall. In alledem aber ist sie auch Symbol und von unendlicher, ewig junger Bedeutsamkeit. (L. Ragaz)

Der Ruf:

Alle Neuschöpfung in der Geschichte geschieht durch ein Schöpfungswort Gottes. Dieses Wort aber richtet sich an einzelne Menschen oder Gemeinschaften. Besser gesagt: Es richtet sich primär ('am Anfang') an jene Gemeinde, welche das Wort Gottes, und das heißt: sein Reich, die Gerechtigkeit Gottes durch die Geschichte tragen soll. Jedes neue Stadium dieser Geschichte entsteht aus einem solchen Rufe, jedes Auftreten ihrer Pioniere, der Helden, Propheten, Apostel, Wahrheitszeugen geschieht auf einen solchen Ruf ... Er ist aber ein Geheimnis. Er entzieht sich aller menschlichen Berechnung. Er ist Vorrecht. Er ist Erwählung. In diesem Stichwort, das mit dem des Rufes abwechselt, tritt sowohl das Geheimnis als die Freiheit Gottes, die sich darin kund tut, hervor. Gott wählt in Freiheit, wen er zu seinem Boten und Werkzeug machen will. Diese Erwählung ist als fortgehende Schöpfung ebenso frei wie seine erste Schöpfung. (L. Ragaz)

Somit bedeutet sie Aufgabe, Pflicht, Veranwortung, Beruf und Amt.

Sie geschieht nicht für den, welcher sie empfängt, sondern für die Andern. Sie ist eine Gabe und zwar für Alle. Sie ist ein Dienst. Darum gebührt ihr nicht Neid, sondern Dank. Darum jubeln die Menschen dem Berufenen zu. Er ist immer auch ihre eigene Berufung. (L. Ragaz)

Der (Durch-)Bruch:

Ein Neubeginn unter Gott vollzieht sich immer als Bruch mit der vorhandenen Kultur. Es muss aus der Buntheit dieser

Ein solcher Bruch geht nicht ohne Schmerzen.

Denn er ist Bruch mit der Vergangenheit, der Überlieferung, auch mit dem daran, was dem Herzen teuer war und ist. Und er wird damit leicht zum Bruch mit den Menschen, die an der Vergangenheit und Tradition hängen bleiben, mit denen man eng verbunden war, vielleicht sogar im Kampf um die Werte der Überlieferung, und die den Bruch mit dieser nicht begreifen und nicht verzeihen können. Abraham muss ausziehen 'aus seiner Heimat und aus seiner Verwandtschaft'. Der Bruch muss radikal sein, sonst fruchtet er wenig. (L. Ragaz)

Das Alte hatte ja auch sein Recht gehabt und hat es in gewissem Sinne immer noch. Darum ist eine gewisse Pietät nötig – als Ehrfurcht vor dem Einen heiligen Gott, der freilich auch der lebendige Gott ist. Er ist ja ...

... nicht bloß der Erhalter, sondern auch der Schöpfer, der stets neues Leben hervorbringt, der stets neues Leben ist, der aus der Vergangenheit, gerade damit diese nicht tot sei, zur Gegenwart und Zukunft ruft. (L. Ragaz)

Aber ein Ruf muss sein, sonst kann der Bruch nicht riskiert werden.

Nur auf Gottes Ruf hin, der ein Gebot, wenn auch ein Gebot der Freiheit ist, darf Abraham den Bruch wagen. Ohne dieses Gebot, das als Ruf auftritt, hält keiner, kein Prophet und Pionier, und keine Bewegung, die sich an sie knüpft den Widerstand des Alten aus. (L. Ragaz)

Es muss ein Einbruch Gottes in die Welt erfolgen, wenn die Gerechtigkeit Gottes zur Geltung kommen und damit das Menschliche sich erfüllen soll.

Alexandre Rodolphe Vinet:

Die Stürme der Atmosphäre sind für die Ökologie des Erdballs nicht notwendiger als für die menschliche Gesellschaft die Stürme des Gedankens.

Es tritt jenes gewaltige Element in die Geschichte ein, welches der Einzelne ist und den Bruch vollzieht.

Nicht der Familienrat vollzieht ihn oder beauftragt ein Glied damit, das tut nie ein Familienrat und wär's auch einer der edelsten, besten, religiösesten Familie – wehe dem, der sich an den Familienrat wendet! Nur der Einzelne kann den Ruf vernehmen, nur der Einzelne dem Gebot des Rufes gehorchen. Wenn es je ein Kollektiv tut, dann tut es dies nur, wenn es selbst ein Einzelnes und das heißt ein Abgetrenntes und Zusammengeschlossenes ist, und dann ist dieses Kollektivum stets um einen Einzelnen herum entstanden – wovon Christus und seine Jünger-Gemeinde das höchste Beispiel und in diesem Sinne Ur-Beispiel sind. (L. Ragaz)

Kierkegaard als der größte Verkündiger und Verfechter des Einzelnen hat klar gemacht, dass es nicht die Masse macht, sondern der Einzelne, der ein reales Verhältnis zu Gott hat. Nur er kann als Wahrheitsträger und Wahrheitszeuge das 'Ideal' vertreten und durchbrechen. Für Kiekegaard ist der Einzelne der 'Engpass', durch den allein der Weg Gottes zu den Menschen führt.

So tritt mit Abraham der Einzelne in die Geschichte ein, der Einzelne als Großmacht, als Sohn Gottes und in diesem Sinne Herr und König. Es ist der paradoxeste Gegensatz zu dem Versuch der Masse, dem wir vor der Sintflut, als Rest des Riesen-Prinzips, begegneten, und der auch, in der Milieu-Form, bis zum Babeltum reicht. (L. Ragaz)

Der Einzelne tritt als Träger der Sache Gottes in der Gestalt der Familie auf und schafft den Durchbruch.

Denn die Familie ruht auf Freiheit in der Liebe, auf dem Prinzip des Dienens in der gegenseitigen Hilfe, der Staat aber auf dem Prinzip der Herrschaft durch Zwang und Gewalt; die Familie ist Schöpfung, der Staat Menschenwerk. (L. Ragaz)

Nach Pestalozzi ist die Familie und mit ihr der Vater- und Gottessinn sowie der Brudersinn der Menschen das einzig tragfähige Fundament aller Menschengemeinschaft.

So wichtig der Einzelne ist, so kann Gott doch nichts Dauerndes in seiner Geschichte mit den Menschen schaffen, wenn seine Sache nicht Sache einer Gemeinde wird ... Der Mensch ist Mensch als Glied einer Gemeinde, als hineingestellt in den großen Zusammenhang der Geschichte, worin Gott waltet. Die Gemeinde ist Trägerin des Reiches Gottes. Sie hat das letzte Wort und wird die letzte Gestalt aller Gemeinschaft sein. (L. Ragaz)

Verheißung und Glaube

Es erfolgt an Abraham mit seiner Familie (nicht Verwandschaft!) der Ruf nach vorwärts in Neuland hinein.

Aber von diesem Neuland gibt es keine Landkarte und für die Fahrt dahin keinen Fahrplan: es ist ein Land der Verheißung, es geht ins Unbekannte; der Aufbruch ist ein Wagnis, unternommen in kühnem Glauben an Gottes Wort.
Damit tauchen wieder zwei Grundbestimmungen auf: Verheißung und Glauben ... sie charakterisieren das Walten des Einen, heiligen und lebendigen Gottes und des Wandels vor ihm unt unter ihm. Das Heidentum kennt sie nicht. es kennt nur Zukunftsträume und das Schicksal oder Fatum mit seiner Notwendigkeit und Unerbittlichkeit. (L. Ragaz)

Es ist in der Welt des Heidentums

Leonhard Ragaz:

Verheißung und Glaube gehören, wie Ruf und Durchbruch, in jenen großen und sinnvollen Zusammenhang, der mit dem Sinn ein Ziel hat, und der den Anfang mit dem Ende verbindet. In diesem Zusammenhang allein kann es Verheißung geben und mit der Verheißung Erfüllung.

Heb. 11, 1: Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.

Johann Wolfgang von Goethe:

Das eigentliche, einzige und tiefste Thema der Welt- und Menschengeschichte, dem alle anderen untergeordnet sind, bleibt der Konflikt des Unglaubens und Glaubens. Alle Epochen, in welchen der Glaube herrscht, unter welcher Gestalt er auch wolle, sind glänzend, herzerhebend und fruchtbar für die Mitwelt und Nachwelt. Alle Epochen dagegen, in welchen der Unglaube, in welcher Form es sei, einen kümmerlichen Sieg behauptet, und wenn sie auch einen Augenblick mit einem Scheinglanz prahlen sollten, verschwinden vor der Nachwelt, weil sich niemand gern mit der Erkenntnis des Unfruchtbaren abquälen wird.

Leonhad Ragaz:

Im Heidentum gibt es nur promethische Auflehnung, philosophische Skepsis oder Kapitualtion des Pessimismus. Auf dem Boden des Glaubens an den Einen, heiligen und lebendigen Gott, seiner Schöpfung, seines Rechtes, seines Regiments allein gibt es ein Befragen Gottes, einen Kampf mit ihm, ja auch eine Auflehnung gegen ihn – aber verbunden mit dem Glauben an ihn und mit beidem wieder, im Großen wie im Kleinen, im Allgemeinen und im Einzlenen, eine wahre und wirkliche Geschichte, einen wahren und wirklichen Gehalt des Lebens, einen wahren und wirklichen Kampf und Sieg. (L. Ragaz)

Aber des Menschen Zeit ist zu kurzatmig, sie kommt der Zeit Gottes nicht nach. Daraus entsteht die Enttäuschung des Glaubens.

Die schlimmste Form dieser Enttäuschung aber tritt ein, wenn die Verheißung scheinbar erfüllt ist, diese Erfüllung aber auf einmal wieder aufgehoben scheint. Auch dafür ist Abraham der Erz-Typus. Er kommt in das Land der Verheißung. Aber die Verheißung ist damit noch nicht erfüllt. Dieses Land gehört ja noch den Kanaanitern. Er hat darin nur eine bescheidene, fast illusionäre Stätte. Er ist ein Fremdling. Er hat kein festes Haus, sondern nur ein Zelt. Er muss wandern, um für seine Existenz Platz zu finen. Er muss den Boden für sein und Saras Erbbegräbnis kaufen. Es scheint für seine Sache, die Gottes Sache ist, keine Zukunft zu geben. (L. Ragaz)

Auch das ist eine Ur-Erfahrung: Das Neue ist nie sofort erfüllt, es lässt auf sich warten – und hoffen. Das Alte schlägt zurück und will sich gegen das Neue behaupten, es treten Schwierigkeiten auf.

Heb. 10, 35+36: Werft also euren Freimut (Glauben) nicht weg; er wird reich belohnt werden. Ausdauer braucht ihr nämlich, um den Willen Gottes zu tun und so die Verheissung zu erlangen.

Der Glaube wird zum Warten auf Gott, zur Hoffnung, welches ein weiteres Grundelement der Geschichte ist.

Isaak:

Er ist der Typus der Verheißung: in ihm ist sie verwirklicht und zugleich ist er auch die Fortsetzung der Verheißung und Verwirklichung. Mit ihm aber sind auch Anfechtung, Bangen und Zweifel verbunden.

Ein in eigenartiges Halbdunkel gehülltes Symbol solcher Stunden der Anfechtung, die dem Träger des Neuen ans Leben gehen können, ist die im fünfzehnten Kapitel der Genesis erzählten Geschichte vom Opfer Abrahams, den Raubvögeln, die das Opfer verzehren wollen (ein wundervolles Symbol der Zweifel von der soeben dargestellten Art), dem Tiefschlaf, der betäubend auf Abraham fällt, dem Rauch, der aufsteigt wie aus einem Kalkofen und das Land der Zukunft völlig verhüllt, aber auch der Fackel, die zwischen dem Opfer im Rauche hin und her geht, dem ebenso wunderbaren Symbol der Verheißung, die Gott dann mit klaren Worten dem Abraham bestätigt. (L. Ragaz)

Der Glaube wird zum Kampf.

Die Anfechtung der lachenden Sara:

Sie lacht heimlich; denn Abraham gegenüber tut sie, als ob sie glaubte. Es ist das Lachen des Unglaubens, und zwar des frommen, das Lachen des bloßen Verstandes, der nur die menschlichenen Faktoren und Möglichkeiten sieht und nicht mit Gottes Schöpfung und Wunder rechnet.
Es ist das Lachen des Weibes ... Sie kann sich zu sehr an die weltlichen Gegebenheiten halten. Und kann den Mann damit von seinem Glauben abspenstig machen oder doch zu machen versuchen. Sie kann von der Intuition, die ihre eigentliche göttliche Ausstattung ist, zum bloßen Verstand und zur Weisheit des Verstandes abfallen. (l. Ragaz)

Dieser Typus hat seine Bedeutung auch für die Gemeinde Gottes, wenn es dort jene gibt, die sich zwar zur Verheißung und zum Glauben bekennen, aber doch zuletzt nicht mehr mit Ernst, ohne das offen zugeben zu wollen ... Für jene sind die ernsthaft Glaubenden 'Schwärmer', von denen sie behaupten, dass diese den Willen Gottes nicht erkannt und verstanden hätten ...

... wobei sie das Verstahen nach der Art der Welt und ihrer Faktoren fassen. Sie glauben im Grunde nicht an Gott, sondern an die Welt. Es gibt nirgends so viel versteckten Unglauben, wie bei den 'Gläubigen'. (L. Ragaz)

Aber entgegen dem Gelächter der Sara wird Isaak doch geboren; die Achtzigjährige, Unfruchtbare gebiert ihn. Auch das ist nicht nur ein einmaliges, historisches Geschehen, sondern ein Prinzip.

Immer kommen Zeiten, Lagen und Perioden der Unfruchtbarkeit, wo der Mutterschoß des Lebens verschlossen scheint, wo die Möglichkeiten zu Ende scheinen und die Verheißung verloren. Aber immer wieder wird das Wunder erlebt, dass der Mutterschoß sich öffnet, dass über Nacht die Wüste aufgrünt, dass unerwartet die verloren geglaubte Möglichkeit sich erfüllt; in gewaltigen Aufbrüchen der Geschichte – wie in Franziskus, in der Reformation. (L. Ragaz)

Die Anfechtung aus der Verwandschaft – Lot:

Auch er ist im Glauben mit ihm gezogen. Aber dieser wurzelt nicht tief. Er gibt den weltlichen Interessen nach. Er möchte den besten Weidegrund für sich haben. Es kommt zur Trennung. (L. Ragaz)

Der Glaube ist nicht jedermanns Sache, auch bei den 'Gläubigen' nicht!

Die Scheinerfüllung – Hagar und Ismael:

Man kann sie auch eine Erfüllung auf dem Seitenweg nennen: Sie sieht wie Erfüllung aus, sie mag auch tatsächliche eine teilweise oder einseitge Erfüllung enthalten, oder eine in und mit falschem Material; sie kann aber auch bloßer Trug und Schwindel sein.

Nicht ist gewöhnlicher als diese Erscheinung ... Ismael ist die Geburt aus der Seitenehe Abrahams mit Hagar oder des Glaubens mit der Vernunft, des Reiches Gottes mit der Welt. Sara aber ist jene kurzatmige Art, die, in der Ungeduld des Wartens, auf die Bahn einer solchen falschen Erfüllung gerät. Es tritt bei ihr ein Zug hervor, der sich oft zu dieser Verwechslung gesellt: das Machen. Es soll durch eigenes Zutun bewerkstelligt werden, was sonst nicht kommen will. (L. Ragaz)

Der wartende, harrende und hoffende Glaube bedarf aber immer wieder der Tröstung und Stärkung. Gott gibt sie:

Nach diesen Begebenheiten erging das Wort des HERRN an Abram in einer Schauung: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild. Dein Lohn wird sehr gross sein. (1. Mo. 15, 1)

Melschisedek:

In dieser Geschichte erscheint Abraham als Typus des weltlichen Geschehens: als Krieger und Feldherr, und Melchisedek als Typus des geistlichen Geschehens: als Hohepriester. Wie ist das zu verstehen?

Die Herrschaft Gottes vollzieht sich nicht im Reich der reinen Religion, abseits von der Welt oder mit ihr in einer stillen Verständigung, sondern auf dem Boden der Welt, aber gegen die Welt, im Kampfe um die Gerechtigkeit, worin sich letztlich immer Gottes Sache darstellt. (L. Ragaz)

Melchisedek symbolisiert Christus, der immer wieder mitten im Kampf und Kampfgetümmel aus der Gewalttätigkeit und Verwirrung des Weltgeschehens hervor tritt. So z.B. durch die Jesus-People-Bewegung während der Zeit des Vietnam-Krieges.

Die Opferung Isaaks:

Alles von Gott Gegebene muss doch ihm bleiben, es darf nicht absolutes Eigentum des Menschen bilden ... Auch das edelste Streben, auch die ersehnteste Erfüllung unserer Ideale – sie dürfen nicht einfach Besitz werden, wir dürfen nie daran hängen bleiben, wir müssen stets bereits sein, sie aufzugeben, sie preiszugeben an Gott, so furchtbar, so unbegreiflich uns das erscheinen mag. (L. Ragaz)

Der Bund mit Gott:

Schon mit Noah hat Gott, wie wir erfahren haben, einen Bund geschlossen und Noah mit ihm, aber der Bund Gottes mit Abraham und Abrahams mit Gott geht tiefer. Er gründet sich auf die Opferung Isaaks. Wenn dort bloß in der Enthaltung von Blut und der Heiligkeit des Lebens der Mensch gesetzt wird, die Heiligkeit des Menschen, so hier Gott und sein Recht und der Gehorsam gegen Gott allein ... Der Bund verpflichtet den Menschen gegen Gott – er verpflichtet ihn mit der Heiligkeit des Eides, er verpflichtet ihn unendlich, absolut, aber er verpflichtet ebenso Gott dem Menschen ... Er gewährt dem Menschen eine ungeheuere, eine unendliche Vollmacht, aber er legt ihm die entsprechende Verantwortung auf. Er macht den Menschen unendlich groß, zum Kontrahenten Gottes, macht ihn unendlich frei, aber er macht auch Gott unendlich groß und bindet den Menschen unendlich. (L. Ragaz)